Am Dienstag endlich bin ich mit Flo in Christchruch angekommen und wir haben uns erst mal im strömenden Regen (ja REGEN!!) auf zum Hostel „Chester Street“ gemacht, das laut BBH-Führer nur 10 Minuten vom Stadtzentrum entfernt ist. Daraus wurde dann eine gefühlte halbe Stunde, da wir an jeder Straßenkreuzung anhalten, das Straßenschild durch den ganzen Regenschleier entziffern und Umwege wählen mussten, da doch viele Teile der Stadt durch die Erdbeben zerstört und Fußgängerwege kurzzeitig gesperrt waren. Das erste mal seid ich in Neuseeland bin, habe ich es in Erwägung gezogen, doch mal meinen Regenschutz aus den Tiefen meines Rucksacks zu kramen, den ich dort schon eine Woche nach meiner Ankunft hin verbannnt hatte. Sogar meinen Regenschirm hatte ich in der Wohnung in Wellington zurückgelassen, denn nicht einmal hatte ich ihn gebrauchen können. Tja, so straft das Leben dann :)
Aber wir sind ja nicht aus Zucker, also haben wir uns hartgesotten weiter durch den Regen bis zum Hostel geschlagen und dort erst mal völlig erschöpft unserer nassen Klamotten entledigt und den Rest des Tages in den wunderschönen bunten und familiären Hostel verbracht. Nicht mal einkaufen waren wir, sodass wir uns abends von einem interessanten Reis-Möhren-Mischung ernährt haben (das einzige was wir noch hatten).
Wir hatten uns schon in Wellington für 4 Tage hier in dem Hostel eingebucht, weil der Besitzer Antony gleichzeitig eine Autowerkstatt betreibt und günstig Autos an Backpacker verkauft. Am nächsten Morgen hat er uns dann direkt 2 Station Wagons gezeigt (Kombis) und uns wärmstens empfohlen so einen Wagen anstatt eines Campervans zu kaufen. Angeblich bekommt man den wohl immer wieder verkauft, die Campervans allerdings nur in der richigen Saison und man kann trotzdem gut drin schlafen. Also haben wir uns noch innerhalb einer Stunde für den etwas teureren aber automatischen Station Wagon entschieden, und sind nun stolze Besitzer eines 2000 Dollar teuren Mitsubishi Magna 1993 Automatik mit Matratze und Versicherung sowie Warrant of Fitness inklusive! Außerdem haben wir eine 50%-Rückkaufgarantie von Antony (allerdings versuchen wir das Auto erst mal etwas teurer an andere Backpacker zu verkaufen..).
Dann hieß es erst mal die nötigsten Campingsachen einkaufen. Mit Auto, Schlafsack, Isomatte und Campingkocherbenzin kommt man dann schon mal schnell über den kompletten letzten Arbeitsverdienst! Adieu sauer erspartes Geld!
Dafür hatten wir am nächsten Tag dann wieder wunderschönes und heißes Sommerwetter, sodass wir gleichzeitig die Stadt genießen konnten. Christchruch ist wunderschön, auch wenn man teilweise ein mulmiges Gefühl bekommt, wenn man einfach ab und zu an stark zerstörten Häusern vorbei läuft. Etliche Fußgängerwege sind abgesperrt, weil es immer noch Nachbeben gibt und die Gefahr besteht, das sie weiter einstürzen.
Als wir uns dann noch am selben Tag endlich auf zum Supermarkt gemacht haben (natürlich zu Fuß, keiner von uns traut sich so richtig zu auf der linken Seite durch den Stadtverkehr zu düsen:D) hat uns plötzlich ein Ladenverkäufer von der Seite angequatscht und hat gefragt, ob wir gerade das Erdbeben gemerkt haben. Hä? Nein. Macht der Witze? Er hat nur gelacht und meinte, wir hätten es wahrscheinlich nicht gemerkt, weil wir uns bewegt haben und die Vibration nicht mitbekommen haben. Etwas misstrauisch ob er uns auch nicht veräppelt haben wir uns weiter zum Supermarkt gemacht. Die Nacht zu heute allerdings wurden wir dann wirklich Zeugen von Erdbeben. Gleich 2 Stück haben uns heimgesucht, auch wenn wir nur den einen um 6 Uhr morgens mitbekommen haben. Aber es ist schon ziemlich gruselig, wenn einfach das Haus zittert und das Bett vibriert. Er war nicht sonderlich stark, aber stark genug um uns ein bisschen Angst zu machen. Ein Glück das wir jetzt ein Auto haben und wir nur noch ein paar Tage in Christchurch verweilen. Dann fahren wir schnell weiter und schlafen im sicheren Auto, da kann uns wenigstens nichts auf den Kopf fallen!
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